Feinabstimmung
Heute ist ein verregneter Tag, Außentemperatur ca. 4 Grad. Da ich nur noch begrenzte Zeit habe, musste ich trotz gestrigem Zwanzig-Kilometer-Lauf heute ran. Trotz der widrigen Wetterverhältnisse, eigentlich ideale äußerlich schlechte Bedingungen für eine Feinabstimmung für England.
Unter anderen hab ich heute mal probiert, mit einer Bandage am linken Fußgelenk, das mir immer mal Probleme macht, zu laufen. Funktionierte sehr gut, will nur nächste Woche noch mal mit einer breiteren Fixierbinde laufen. Denke, da bekomme ich noch eine größere Stabilität, knicke sonst immer sehr leicht um. Ist noch ein altes Kriegsleiden vom ersten Strongman Run 2007 in Münster.
Wie schon gesagt, es regnete Bindfäden, bin so kurz nach 11:15 Uhr los. Hatte eine Neopren-Shorts an, ein Unterhemd, das auf der Vorderseite und Rückseite aus Neopren besteht und drüber einen Windstopper. Mit wasserdichten Socken und Handschuhen rundete ich die Sache ab. Meine Unterschenkel schmierte ich mir wie immer dick mit Vaseline ein, gerade vor Wasser ein idealer Schutz.
Lief als erstes Richtung Kahl, der Boden auf allen Wegen ist noch gefroren, das Wasser kann dadurch nicht ablaufen, der Untergrund ist sehr glatt und rutschig, sowie teilweise riesige Pfützen. Die Kahl entlang folgte ich dem Weg Richtung Mündung in den Main. Wie schon gesagt, teilweise riesige Pfützen, diesen versuchte ich am Anfang noch auszuweichen, später suchte ich Sie und ließ keine aus. Wollte und musste ja das Material testen. Die Socken halten schon was sie versprechen, was die Wasserundurchlässigkeit verspricht. Durch das Laufen durch die Pfützen werden aber die Schuhe nass, übertragen dadurch die Kälte auf die Füße.
Die Strecke führte mich dann den Fahrradweg entlang des Mains nach Großkrotzenburg und von da zurück nach Kahl. Hatte eine Strecke von 6 Kilometer mit einem Schnitt von 5 Minuten und 30 Sekunden auf den Kilometer hinter mir gelassen, bin sehr zufrieden mit der Auswahl des Materials, dies gibt mir jetzt wieder eine gewisse Zuversicht für England.
Apropos England, gestern gab es Post, letzte Anweisungen, jetzt wir es ernst. Je mehr es zum Starttermin geht, desto mehr denke ich darüber nach, was ich da gemacht habe. In meinen Kopf spielt sich immer wieder der Vergleich ab, von einem, der sich freiwillig für einen Kriegseinsatz gemeldet hat. Zum Anfang noch die Euphorie oder die Notwendigkeit, dies machen zu müssen, je näher der Termin kommt, das es an die Front geht, je mehr Zweifel oder auch Angst kommen, das einem dies schließlich das Leben kosten könnte. Ja, schon gut, der Vergleich ist übertrieben, will ja auch nur damit sagen, zum Anfang, wenn man so was plant ist es weit weg, aber zum Schluss wird es ernst.
Hundezähler einer, ganz klar, bei dem Wetter geht keiner raus.