Atemschutz
Für die, die mich nicht kennen, zur Info: Im April dieses Jahres werden es 27 Jahre, die ich bei der Freiwilligen Feuerwehr Kahl bin. Ich bin einer von denen, die bei Feuerwehr sind, weil es einfach die Notwendigkeit gibt, Anderen zu helfen und nicht aus dem Grund, sich selbst darstellen zu wollen. Die vielen freiwilligen Helfer leisten wirklich viel, ich will hier kein Loblied singen, aber stellt Euch mal vor, es würde sie nicht geben.
Für das Tragen von Atemschutzgeräten muss man verschiedene Anforderungen erfüllen. Zum einem alle drei Jahre die medizinische Untersuchung, zu anderen einmal im Jahr durch eine Atemschutzstrecke gehen, sowie die jährliche theoretische Unterweisung und Übung mit dem Gerät.
Heute stand für mich der Durchgang durch die Atemschutzstrecke an. Unser Landkreis unterhält diese in der Nachbargemeinde Alzenau. Heute war mal wieder so ein Abend, an dem es Stress gab. Gearbeitet bis 17:30 Uhr, daheim um 17:45 Uhr. Kurzer Dialog mit den Kindern und Susanne, eigentlich viel zu wenig Zeit für Sie (schlechtes Gewissen!). Um 18:45 Uhr zu Fuß auf den Weg zur Feuerwehr, eine viertel Stunde später dort. Unser Atemschutzgerätewart stand schon mit dem Rest bereit, der übliche Anblick die Hälfte fehlt. Rein in den Schutzanzug, Atemschutzgerät und Maske in den Bus und kurz nach 18:30 Uhr Richtung Alzenau.
Dort das gleiche Spiel wie immer, Untersuchungen der Einzelnen werden gecheckt, Registrierung der Geräte und Aufteilung wann, wer, mit wem rein geht. Da wir zu fünft waren, wurde ein Dreier-Trupp und ein Zweier-Trupp gebildet. Andre und ich bildeten den Zweiertrupp, ließen der Jugend den Vortritt.
Zur Info an dieser Stelle, bevor man in die Strecke geht, muss man eine Endlos-Leiter, die eine Leiter einer DLK 23/12 simuliert sowie ein Laufband, das mit strammen Tempo ca. 5 Minuten gelaufen werden muss, bewältigen. Weiter in den Vorraum, Einstieg über einen Dom-Schacht in das Innere eines großen Tankes, der Einstieg mit dem Gerät ist nicht ganz einfach, auf der anderen Seite wieder raus und auf den Tank. Jetzt warten auf meinen Truppmann. Wenn ich in die Strecke gehe, dann verhalte ich mich wie in einen Einsatzfall, auch wenn ich diese auswendig kenne. Beim Öffnen der Türen werden diese auf Temperatur abgetastet, wenn es ungewiss ist wie es weiter geht, mit den Füssen zuerst. Meine Devise ist, was ich nicht bei der Übung mache, mache ich auch im Einsatz nicht, bloß nichts zur Routine werden lassen, das kostet mich oder andere vielleicht mal das Leben.
Der Streckendurchgang ist für mich auch weiter kein Problem, bis auf eine Stelle, wo man das Gerät absetzen muss. An dieser Stelle ich ein Rohr, das oben noch eine Verengung hat, wenn man rückwärts, so wie es sein muss, durchgeht muss man das Gerät absetzen. Bei allen was man hier tut, immer die Ruhe bewahren. Also Gerät ab, mit den Füßen zuerst, Gerät hinterher, nichts für Menschen die Panik in engen Räumen bekommen.
Nach der Röhre das Gerät wieder auf, wenn mit dem Material vertraut ist, kein Problem, keine Panik, im Einsatz kostet einem sonst das Leben. Nach der Röhre ist es nur noch ein Kinderspiel bis zum Ausgang. Als ich draußen war, hatte ich noch 110 bar auf dem Manometer. Wenn ich bedenke, das ich vor Jahren noch das Problem hatte, das ich gerade mit dem Minimaldruck von 50 bar und einem Pfeifen des Sicherheitssignals raus gekommen bin, eine Leistung. Zur Info für Insider, bin mit 310 bar rein. Sonst kein Training heute, war spät genug, als ich zuhause war.